Last Update Samstag, 14. April 2007  

  "Bekanntschaft mit Melanie" aus "Jazz, Rock, Pop"

Die Textpassagen sind jetzt per Realplayer hier anzuhören:

http://www.nord-com.net/mjmfriede/Portrait_1974/

Hear are the files in mp3-format

Eine englische Übersetzung des Textes soll folgen...

 

Ein bißchen Geduld...

 

Hinweise zu der TV-Show per Mail an:

webmaster@melanie-music.org

 


Melanie wurde in dieser TV-Sendung,  interviewt und sang eine Reihe ihrer bekanntesten Songs allein zu ihrer Gitarre. Dieser ca. 30 minütige TV-Beitrag wurde 10 Monate nach der Geburt ihrer Tochter Leilah in London und Cornwell im August 1974 von Albert Fruckmann gedreht.

Die Sendung lief damals als Senderreihe in den Dritten Programmen der ARD.

Ich habe
den gesprochenen Text protokolliert.

Den vollständigen Text und die einzelnen Songs im damals üblichen "MONO-Sound" können in per "Realplayer" oder als MP3-Files angehört werden.

 

1. Song: "Look what they have done to my song, Ma"

Die 28-jährige Melanie sagt, ich bin nichts weiter als eine Straßensängerin.Sie trat wie viele andere im New Yorker Stadtteil Greenage Village in Kneipen auf, bis ihr Ehemann, der Produzent Peter Schekeryk sie in den kommerziellen Showbetrieb zog.

Frage: "Wann haben Sie Peter geheiratet?"

Melanie: "Wir hatten schon einige Jahre zusammenglebt, bevor wir heirateten. Ich weiß nicht wie alt ich damals war, wie alt war ich da? Ich kann mich nicht erinnern. 21, war ich 21 ? Nein ich war zwanzig, zwanzig war ich. Ja, so bin also wirklich in das Musikbusiness hineingeworfen worden.

Ich bin in allen geschäftlichen Dingen schlecht, nur die musikalische Seite interessiert mich, die geschäftliche nicht.

Frage: "Und Sie haben auch heute kein Interesse an der geschäftlichen Seite?"

Melanie: " Nicht wirklich, ich bin da drin, ich bin damit verheiratet. Ich bin in keinem Geschäft gut, nur in dem, was ich tue: Aftreten, Singen und Schreiben!

2. Song: "Love to loose again"

Die Großstädterin, die neben traurigen Balladen  die Natur und Bauernhöfe besingt, ist wie ein Kind begeistert vom britischen Cornwell, dass sie nach einem Konzert in London besuchte. Für die New Yorkerin, die ein Apartment in Manhattan bewohnt, hat Europa, dass sie selten bereist, die selbe Faszination wie für alle US-Touristen.

Melanie: "Was ist schlecht, was ist gut, was ist alles überhaupt? Das ist alles eine Frage der Anschauung. Eine Stimme, es heißt nicht das es eine gute Stimme ist, wenn sie weich klingt, wenn sie hoch oder tief ist, was ist eine gute Stimme? Was ist ein guter Sänger, was ist ein guter Vortragender?
Es ist sehr schwer zu sagen, was gut ist. Ich glaube, wenn man ein bißchen ungewöhnlich ist, wenn die Leute einen nicht einordnen können, wenn sie keine Beziehung haben zu jemandem, dann ist es unbequem und dann sagen sie: Ich mag sie nicht!

Frage: "Aber vielleicht haben Sie deshalb Erfolg, weil Ihre Stimme ungewöhnlich und unperfekt ist?"

Melanie: "Ich weiß es nicht. Vielleicht...
Ich glaube es ist riskanter, ich glaube es ist leichter, sich einer bewehrten Richtung anzuschließen. "

3. Song: " Oh, pretty boy..."

Melanie: " Oh ja, sie schrieb das Lied "Beautiful people", sie ist eine Vegetarierin, sie nehmen das alles, um eine Person zu machen, sie schreibt irgendwie freundliche Lieder, ich glaube sie hören nicht richtig hin !
Die Presse konstruiert damit Personen, man wird eingefroren -
auf Fotos, die Sekunde, in der man einmal gelacht hat, bleibt fünf Jahre bestehen. Die Leute realisieren nicht, dass es nur eine Sekunde war.
Sie nehmen das alles und konstruieren ein Wesen, von dem sie dann denken, so ist es, aber das ist üblich im Musikbuiseness. Ich glaube sehr oft macht die Presse oder die Leute, die eine Person promoten, alles wichtiger, als es wirklich ist. Inzwischen vergleichen sie dich mit einem wichtigen Typ wie Edith Piaf oder Judy Garlant, sie orientieren sich eher daran, als das sie sagen, das ist ist selbst, sie macht ihre eigenen Sachen. Es klingt nicht wie jemand anderes, es klingt vielleicht ungewöhnlich, aber sie wollen dich immer mit etwas identifizieren, was gerade Mode ist, was super ist, um zu beweisen, das es wirklich einen Sinn hatte, um darüber zu schreiben.

Frage: "Wenn Sie eine schlechte Kritik bekommen, sind sie traurig oder deprimiert?

Melanie: "Das ist von Fall zu Fall anders, ist es aber gut geschrieben und kritisch, dann bin ich wahrscheinlich deprimiert."

Die kleinen Kneipen, in denen sie begonnen hat, sind für Melanie Vergangenheit. Aus den Lokalen sind Riesen-Konzerthallen geworden.
Heute fährt sie mit Sekretärin, Arrangeur, Kindermädchen und Pressebetreuer im Roll's Roy's durch die Lande. Als die Folklore- und Protestsongwelle in den 60er Jahren rollte, sprang Melanie im richtigen Moment auf den Trendzug. Die Tantiemen ihrer Kompositionen geben ihr die Sicherheit, ermöglichen es, nur etwa dreißig Konzerte im Jahr zu geben, die in den USA of 20.000 Besucher haben. Eine Deutschlandtournee sagte sie deshalb gerade ab.

4. Song: "Sweet misery"

Melanie: " Es ist ein wenig ungewöhnlich, so mit dir zu reden...
ich war nie ein großer Fan von dir, aber seid kurzem kann ich dich ein bisschen besser leiden, ich möchte einiges über dich wissen.
Zum Beispiel, du schreibst Lieder über Traurigkeit, bist aber jetzt nicht in einer schlechten, finanziellen Situation. Wie kannst du immer noch über Traurigkeit schreiben, wenn du in keiner miesen finanziellen Situation bist?
Scheiße, so was kann ich nicht machen...
Ich glaube, ich habe sehr starke selbst zerstörerische Tendenzen, die in meinem Leben immer wieder auftauchen. Das Geld verfiel für viele Interpreten, es ist ein Grund, warum sie es überhaupt machen, vor tausenden von Leuten zu stehen, kritisiert oder beurteilt zu werden .

Ich glaube, man muss etwas selbst zerstörerisches an sich haben, um sich vor die Zuschauermassen hinzustellen, um sich beurteilen zu lassen.
Ich glaube, ich verbringe viel Zeit damit, deprimiert zu sein. Natürlich versuche ich, es nicht zu sein, aber ich bin es. "

Die zehn Monate alte Leilah hat Melanies Leben verändert. Seit die Interpretin eine Tochter hat, sind ihr geschäftliche Dinge noch gleichgültiger. Sie verzichtet auf Konzertauftritte und alles andere, was zu einer gewinnbringenden Karriere dazugehört.

Melanie: "Ein Baby zu haben, ist eine tolle Sache. Ich war mir zuerst nicht klar, wie schön das sein kann. Es kam der Zeitpunkt, da wollte ich diese Erfahrung einfach mal machen. Und jetzt bin ich nicht mehr ich, ich bin nicht mehr das wichtigste, es ist dieses andere Lebewesen. Ich würde mein Leben dafür hergeben. Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich so empfinde. Wenn ich einmal eine Tochter bekommen würde, so wollte ich sie Melanie nennen, aber das war bevor Melanie eine Sängerin und Firma wurde, eine Plattenfirma und alles andere. Ich meine, da lastet zu viel auf einem Baby. Ich habe im Namensregister nachgeschaut und fand heraus, dass Leilah das selbe wie Melanie bedeutet. Leilah ist ein persischer Name...

Frage: "Was bedeutet Melanie?"

Melanie: "Melanie heißt "schwarz bekleidete Dunkelheit" und Leilah bedeutet: "Dunkel ist die Nacht".

Song Nr. 5 "Yes, that's my Baby now"

Melanie, ein Antistar - die Folksängerin hat sich sicher einen Teil ihrer Spontaneität bewahrt. Anders als viele Showgrößen lebt sie fern von einer glitzernden Showwelt. Sie sagt, das sie sich dafür begeistere, das die Leute ihre Lieder kennen, aber das sie ihr Gesicht kennen müssten oder ihren Namen, das ist ihr gleichgültig.

Melanie: " Ich glaube in einigen Fällen, z.B. wenn man ein sehr unintellektueller Typ von Mädchen ist, nur eine Eintagsfliege, nur Körper und ... dann bedeutet ein Mädchen zu sein ein Vorteil. Aber wenn man versucht, etwas zu sagen und die Leute sollen dir zuhören, deine Worte anhören, dann ist es schwierig. Die Konventionen der Leute sind so, dass sie die Arbeit von Mädchen nicht mögen, dass sie das intellektuelle und avangardistische nicht mögen. Die wollen die Mädchen schön.

Song Nr. 6: "Do you believe"

Melanie: "Ich bin immer glückklich, wenn ich etwas vortrage.Ich liebe es, wirklich...

Ja, es ist uns aufgefallen, dass sie manchmal dreieinhalb Stunden spielen...

Melanie: " Ja, ich mag das, gewöhnlich sagt man mir, spiele eine Stunde, weil du morgen ein anderes Konzert hast - ich möchte drei Stunden spielen, die nächste Nacht wieder drei, dann wieder drei - aber - nach dem vierten Abend bin ich dann erschossen. Ich könnte nichts mehr machen, aber um so weiter zu machen, damit ich zufrieden bin, muß ich mich schonen, um realistisch weitermachen zu können.

Song Nr. 7 Chart Song